Friedensbewegungen in Europa

Nie wieder Krieg:
In diesem kurzen Slogan sind die Ziele der europäischen Friedensbewegung umschrieben. Den Bewegungen der europäischen Länder ist das Ziel der Abrüstung sowie der strikten Verhinderung des Krieges gemeinsames Ziel. Alle Friedens-Bewegungen in den europäischen Ländern beziehen eindeutig Stellung gegen jede Form der gewalttätigen Auseinandersetzung und bekämpfen diese mit Demonstrationen, Aktionen und Events, die verdeutlichen:
Krieg ist kein Mittel der Politik. Oberstes Ziel ist der Friede in der Welt.
Die europäischen Bewegungen für den Frieden ächten den Krieg als das, was er ist:
Menschenverachtung in höchster Form, uneingeschränkte Ungerechtigkeit und Ausdruck primitivster Denkweise und Argumentation.

Vor mehr als 100 Jahren wurde der Grundstein gelegt für die Friedensbewegung in Europa. Entstanden aus den historischen Strömungen des Pazifismus und des Liberalismus hatten sich um 1890 zwei Zweige der Friedensbewegung herausgebildet.
Die proletarische Bewegung betrachtete den Krieg als unabdingbares Wesensmerkmal der Kapitalismus, dem sich die Arbeiterbewegungen entgegenstellen mussten. Der bürgerliche Zweig betrachtete Kriege als argumentativ verhinderbar. Dieser bürgerliche Zweig und die proletarische Bewegung näherten sich um 1918 als Folge der politischen Ereignisse der damaligen Zeit an, teilweise kam es zu propagandistischen und argumentativen Verschmelzungen, die mit der Erstarkung der Friedensbewegung eng verbunden und bis zum Aufkommen des Nazionalsozialismus relativ erfolgreich waren.

In den Kriegsjahren und der Folgezeit kam die Katastrophe des Krieges allen Menschen zu Bewusstsein und in den 1950er Jahren, nach Beendigung des 2. Weltkrieges erstarkte die europäische Friedensbewegung folgerichtig aus den Erkenntnissen des Leides und der sinnlosen Zerstörung der zurückliegenden Jahre, obwohl die Ost-West-Teilung Europas logischerweise auch negativ auf die Friedensbewegung wirkte.
Dennoch: Die Friedensbewegungen wurden stärker, und diese erstarkte Friedensbewegung kämpfte gegen den Vietnamkrieg und den Nato-Doppelbeschluss. Sie konnte mit Unterstützung der Bevölkerung verschiedener europäischer Länder gegen die Raketenhochrüstung demonstrieren. Diese Jahre zu Beginn der 1980er waren die bislang stärksten der Friedensbewegung, deren Power bis heute so nicht wieder erreicht wurde.
Nach der Auflösung des Ostblocks eröffneten sich Handlungsspielräume für die europäischen Friedensbewegung.

In Deutschland
wurden die Aktionen der verschiedenen Gruppen wesentlich differenzierter. Die teilweise chaotischen Massenproteste der Zeit am Ende der 1960er Jahre und in den 1970ern wurden durch gezielte Protestaktionen beispielsweise gegen den Kosovo-Einsatz der Nato oder den Irakkrieg der USA ersetzt.

In Frankreich
existiert eine starke Friedensbewegung, die sich aus mehreren starken Gruppierungen zusammensetzt
(z.B. Mouvement pour une alternative non-violente, Union pacifiste de France, Coordination française pour la Décennie). Diese kämpfen als unabhängige Friedensinitiativen gegen die französische Atombewaffnung sowie die globalen Kriege und die zügellose Anhäufung von Waffen in der Welt.

In Schweden
hat sich die Friedensbewegung aus den hochentwickelten skandinavischen Sozialstrukturen heraus entwickelt und ist in weiten Teilen Abbild der gesamtgesellschaftlichen Meinung.

Länderübergreifend eint die Mitglieder der europäischen Friedensbewegungen die Ablehnung von Gewalt, Krieg und Ungerechtigkeit.